Beschreibung des Vorschlags
Eine Schnellfahrstrecke zwischen Stuttgart und Würzburg braucht man ganz und gar nicht, auf der Frankenbahn ist nur Regionalverkehr und auch Güterverkehr unterwegs. Langfristig wäre aber ein Ausbau denkbar, hier wird die maximale Version präsentiert. Die Strecke verkürzt sich um 5km und auf einem Großteil der Strecke (außer innerhalb Würzburgs) wird die Höchstgeschwindigkeit auf 160km/h erhöht. So sinkt die RE-Fahrtzeit (ohne Zwischenhalte) auf ca. 20min (bisher 30-32min) und die RB-Fahrtzeit (mit allen Zwischenhalten) auf ca. 30min (bisher 44-47min). Die maximale Neigung bleibt unter 2%. In Zukunft könnte auch ein zweistündlicher IC (wie im DB-Fernverkehrskonzept vorgesehen) auf der Strecke verkehren. Insgesamt lässt sich eine Zielfahrzeit Heilbronn-Würzburg von etwa 60min mit dem RE und etwa 90min mit der RB erreichen!
Neben dem zweistündlichen RE Stuttgart-Würzburg soll stündlich eine RB Lauda-Würzburg verkehren, die jeweils alle zwei Stunden nach Heilbronn verlängert wird. In Würzburg werden drei zusätzliche Stationen bedient (Mönchberg, Sanderau, Heidingsfeld West). Dafür werden die Haltepunkte Gaubüttelbrunn und Zimmern geschlossen sowie die Haltepunkte Wittighausen und Gerlachsheim verlegt. Es werden Tunnel zwischen Reichenberg und Geroldshausen (2,6km), Geroldshausen und Kirchheim (1,4km), Kirchheim und Wittighausen (0,8km) sowie Grünsfeld und Gerlachsheim (2,6km) errichtet, sodass man insgesamt ca. 7,5km zweigleisige Tunnel auf der Strecke hat. Der Wittighäuser Tunnel wird verfüllt.

Grundsätzlich begrüße ich die Verkürzung der Fahrzeit in Richtung Lauda. Allerdings würde ich am Mönchberg keine Station bauen. Zum einen liegen die Bahngleise in einer Gruppe mit Höhenunterschieden von zehn Metern zu beiden Seiten und zum anderen liegt Würzburg-Süd auch nicht so weit entfernt.
Die Station in der Sanderau würde ich verlagern. Die eingezeichnete Station liegt ebenfalls in einer Grube. Zudem ist sie (zumindest bisher) schlecht durch andere Verkehrsmittel erschlossen. So braucht man von der Königsberger Straße bis zum Hauptbahnhof mit der Straßenbahn 15 Minuten, zu der von dir eingezeichneten Station zu Fuß 10 Minuten. Der Vorteil ist also gerade für die Sanderauer im Vergleich zur Straßenbahn eher gering. Ich habe deshalb mal einen Alternativvorschlag eingereicht. Ich glaube, dieser hätte mehr Erschließungpotenzial, auch wenn die Anwohner nicht direkt dran wohnen. Durch eine kurze Verlängerung der Straßenbahn würde sich die Station für alle Bewohner ab der Haltestelle Augustinerstraße lohnen.
Beide Haltepunkte (Mönchberg und Sanderau) sind baulich realisierbar. Es gibt viele Beispiele für Haltepunkte in Trögen. Man müsste die schrägen Böschungen in dem Bereich durch senkrechte Stützwände ersetzen. Es ist gerade zu praktisch, da man Fußgängerbrücken zum Zugang errichten/benutzen kann. Meine Haltepunkte liegen dafür in einem ziemlich geraden Bereich der Strecke. Alle Haltepunkte nördlich des Mains hätten keine Straßenbahnanbindung, was aber nicht so schlimm wäre. Es geht nicht unbedingt um innerstädtische Relationen, sondern regionale, wie z.B. von Lauda nach Sanderau.
Aber ich glaube gerade die Sanderau erschließt du nur gering mit dem von dir eingezeichneten Haltepunkt. Oft wird es einfach schneller sein, mit der Straßenbahn zum Hbf zu fahren und dann von dort mit der Bahn.
Passend zum Halt Würzburg-West ist soeben ein Artikel online erschienen: Reaktivierung des Bahnhaltepunktes Würzburg-Heidingsfeld
Sehr interessant, eine Reaktivierung macht auf jeden Fall Sinn.
Der Bahnhof Würzburg-Süd wird zukünftig bzw. perspektivisch über die Straßenbahnlinien 1 und 5 auf der Hublandstrecke angebunden werden. Somit entstünde bereits eine weitere „Abkürzung“ verglichen mit dem Umstieg am Hauptbahnhof.
Ob man daher in Sanderau eine bessere Umsteigebeziehung zur Straßenbahn braucht….
Was auf der Strecke primär erstmal wichtig wäre: vollständiger zweigleisiger Ausbau (insbesondere Jagstbrücke) auf dem Abschnitt zwischen Lauda und Stuttgart. Die Maßnahme hat es übrigens nichtmal bis in den BVWP 2030 geschafft.
Bis dahin sind zusätzliche Haltepunkte nur ein weiteres Verspätungsrisiko, sofern man an Fernverkehr auf der Strecke denkt. Solange nichtmal dies passiert, ist ein weiterer Ausbau der Strecke komplett unwahrscheinlich, angesichts der eher geringen Verkehrsbelastung auch nicht unbedingt notwendig.
*Straßenbahnlinien 2 und 3 natürlich.
Der zweigleisige Ausbau wäre nur zwischen Möckmühl und Züttlingen mit der Jagstbrücke möglich. Eigentlich sollten zusätzliche Haltepunkte kein weiteres Verspätungsrisiko auf einer zweigleisigen Strecke bei ca. 2 Zügen pro Stunde sein. Ein Ausbau muss natürlich politisch gewollt sein, bei irgendwelchen Untersuchungen oder Machbarkeitsuntersuchungen wird das dann eh schöngerechnet. Wenn man sieht, wie viele kleinere Ortsumgehungen im BVWP 2030 sind und das mit den Schienenprojekten vergleicht, kann man nur den Kopf schütteln.
Das mit der Straßenbahnstrecke in Würzburg hört sich gut an.