6 Kommentare zu “ABS/NBS Breslau-Lodz-Warschau

  1. Meinst du nicht, dass es sinnvoller wäre die bereits ausgebaute Strecke von Warschau bis Włoszczowa zu nutzen und dann die Strecke via Częstochowa zu befahren? Der bauliche Aufwand wäre deutlich geringer und die Fahrzeit mindestens vergleichbar.

    1. Das wäre möglich und würde de dortige Ausbaustrecke besser auslasten, aber bei dieser Linienführung wäre kein Halt in Lodz möglich, was gemessen an dessen Größe nicht wirklich nachvollziehbar ist. Auch würde die Planung, Lodz zu einem zentralen Fernverkehrsknoten für Mittelpolen zu entwickeln, konterkariert, wenn eine der drei wichtigsten Ost-West-Routen großräumig daran vorbeifährt (die anderen beiden sind Berlin-Poznan-Lodz und Stettin-Poznan-Lodz).
      Zudem würde sich die Strecke deutlich verlängern, da man dann sicher über Opole fahren sollte, um den Verlust von Lodz halbwegs zu kompensieren. Wodurch ich auch den baulichen Aufwand als nicht wesentlich geringer einschätzen würde, da auch der Abschnitt Breslau-Wloszczowa angepasst werden müsste.

      1. Aber nur dafür aufwendige und tunnelreiche Neubauabschnitte? Mit gleichzeitig auch wieder starken Geschwindigkeitseinbrüchen (da sind einige „Ecken“ in deiner Zeichnung – beabsichtigt?).
        Auch würde bei einer Führung über die bestehende Ausbaustrecke Częstochowa angeschlossen werden können, was sicher nicht ganz so viel wert ist wie Lodz, aber auch nicht so ganz klein ist.

        1. Kann es sein, das du den falschen Vorschlag kommentierst? Die Neubauabschnitte beschränken sich nämlich auf den Bereich Wielun-Dabrowa und Krosnowa-Skierniewice. Letzterer ist wie erwähnt optional und kann, wenn die BEstandsstrecke auf 200Km/h ausbaufähig ist, auch entfallen. Beide Tunnel in diesem Abschnitt sind auch recht kurz und dienen entweder der Einfädelung auf die Bestandsstrecke oder als Unterquerung einer Ortschaft (dieser kann auch verkürzt werden) – tunnelreich ist daher was anderes, zum Beispiel die verlinkte Durchquerung des Riesengebirges. In Lodz kommt der Tunnel so oder so und wird auch für Fernverkehr ausgelegt, weshalb es nur logisch ist, diesen mit einzubinden.

          Und nein, Czestochowa, mit ~230.000 EW und eher für die Relation Torun-Kattowitz von Bedeutung, sehe ich nicht als adequaten Ersatz für Lodz an, welches mit ~690.000 EW die drittgrößte Stadt des Landes und durch seine zentrale Lage der ideale Knotenpunkt für Fernverkehre ist. Das wäre, übertrieben gesagt, so, als würde man Chemnitz mit Frankfurt/Main vergleichen.

    1. So pauschal kann man das nicht sagen, denn wählt man die Bestandsroute von Kattowitz nach Warschau, bindet der Verlauf über Liberec und Breslau sogar mehr Menschen direkt an. Und auch im zweiten, langsameren Fall über Czestochowa und Lodz ist der Unterschied zwar deutlich, aber nicht so groß, als dass er per se als Ausschlusskriterium gegen die Riesengebirgsquerung zu sehen ist. Erst unter Einbeziehung von Brünn und Krakau wird der Unterschied wirklich markant – was aber durch die dann gleichfalls zu betrachtende Berücksichtigung von mindestens Dresden und Leipzig als Zubringern ausgeglichen wird.

      Folgende, grobe Rechnung berücksichtigt die an den Trassen liegenden Orte ab ca. 50.000 EW, deren teils erhebliches Einzugsgebiet bleibt dabei der Einfachheit halber noch außen vor:

      1. Laufweg über Liberec, Breslau und Lodz:

      50.000 (Mlada Boleslav) + 100.000 (Liberec) + 80.000 (Jelenia Gora) + 100.000 (Liegnice) + 670.000 (Wroclaw) + 670.000 (Lodz) + 50.000 (Skierniwicie): ~1.750.000

      potentielle direkte Zubringer: Dresden (~560.000), Leipzig (~630.000), Görlitz (~75.000, beide Teile), Cottbus (~95.000), Kalisz (~100.000) und Leszno (~62.000): ~3.300.000 (Berlin geht über Poznan und bleibt daher unberücksichtigt)

      2. Laufweg über Ostrava und Katowice:

      Variante mit Bypass Czestochowa/Lodz (Bestand): 90.000 (Pardubice) + 100.000 (Olomouc) + 285.000 (Ostrava) + 138.000 (Rybnik) + 180.000 (Gliwice) + 163.000 (Bytom) + 285.000 (Katowice) + 200.000 (Sosnowiecz) + 50.000 (Zawiercie): ~1.500.000, mithin also weniger als in der vorgeschlagenen Relation
      Variante inkl. Czestochowa (220.000) mit/ohne Lodz (670.000): ~2.450.000 bzw. ~1.780.000

      potentielle direkte Zubringer: Opole (~130.000), Brno (382.000) und Krakow (780.000): ~3.050.000 bis ~3.750.000 (ohne/mit Lodz)

      Anders gesagt, lässt man die jeweiligen Anschlusspotentiale außen vor, hat die südliche Variante über Olmütz nur dann einen merklichen Vorteil, wenn diese ebenfalls über Lodz geführt werden würde – was aber mit Blick auf die NBS Katowice-Warsawa nicht der Fall sein wird. Die Variante über Ostrau ist zwar topographisch bedingt etwas günstiger und zu weiten Teilen schon vorhanden, sie lässt aber dafür Lodz immer aus – was wie erwähnt entscheidend ist. Auch die Zahl der direkt berücksichtigten Orte ist mit 7 (Nord) bzw. 9 (Süd) vergleichbar, wobei weniger Halte sogar für die nördliche Variante sprechen, da diese somit weitere Strecken durchfahren kann. Die Nordwest-Variante wie hier vorgeschlagen ist hingegen, abhängig von der gewählten Route, teils deutlich kürzer (~680 Km gegenüber ~720 bis 760 Km) und hat vor allem in Nordböhmen und Westschlesien den Charakter einer Erstanbindung an den schnellen, transeuropäischen Fernverkehr. Nicht zuletzt baut dieser Vorschlag – wie in der Erläuterung beschrieben – auf offiziellen Planungen auf.

      Da die Region rund um Kattowitz bereits per Ausbaustrecke an Warschau angebunden ist, Westpolen um Breslau und Hirschberg aber weder nach Warschau, Prag oder Berlin entsprechend angeschlossen ist, spricht damit eigentlich alles für beide Varianten – Süd und Nord. Zumal es aktuell überhaupt keine Direktverbindung zwischen Warschau und Prag zu geben scheint und man derzeit entweder auf Flixbus oder mehrere Umstiege angewiesen ist.

       

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