Beschreibung des Vorschlags
Wer sich den momentanen Fahrplan der S40 in Richtung St. Pölten ansieht wird bemerken, dass diese in Herzogenburg bei den meisten ihrer Fahrten zwischen Minute 22 und 30 eine Standzeit von 8 Minuten hat. Dies hat bei einer Ankunft zur Minute 44 (vormittags, excl Zug 21092) bzw. 49 (nachmittags – in den Stunden in denen in Viehofen der Gegenzug in Richtung Krems abgewartet werden muss) zwar nicht zur Folge, dass in St. Pölten ein rjx verpasst wird; dieser verkehrt zur Minute 00. Anschlüsse zu den Intercityexpresszügen in Richtung Linz und weiter über Passau nach Deutschland (Minute 46) sowie die WESTbahn zur Minute 50 werden jedoch knapp verpasst bzw. ein Umstieg auf die WESTbahn nach Wien ist nur vormittags mit Ausnahme von Zug 21092, St. Pölten an 07:49 möglich.
Dieser Umstand ist ärgerlich und verlängert somit nicht nur die Reisezeiten auf Relationen wie Traismauer-St. Pölten unnötig, sondern führt auch auf anderen Relationen zu nicht unbedingt konkurrenzfähigen Reisezeiten. Besonders ärgerlich ist diese Situation da sie relativ einfach und günstig zu lösen wäre, besteht doch von Herzogenburg Bahnhof bis Streckenkilometer 38,4 bereits eine Zweigleisigkeit – wenn auch diese mit geringerer Geschwindigkeit befahrbar ist. Die auf den Bahnhof Herzogenburg folgende Haltestelle Unterradlberg beginnt aus Norden kommend ca. bei Streckenkilometer 39,2. Betrachtet man den Fahrplan und nimmt für Herzogenburg eine Haltezeit von einer Minute an (diese reicht locker) – schiebt also alle andere Halte zeitlich sieben Minuten vor – wird man erkennen, dass es zeitlich ausreicht, von Herzogenburg südwärts eine Doppelspur bis vor Unterradlberg zu errichten. Dies wirkt sich insofern vorteilhaft aus als dass man dann weder der Anschlussbahn der Eggerwerke ein Gleis ‚wegnehmen‘ muss und auch die frisch sanierte Haltestelle Unterradlberg in der Form stehen lassen kann. Im gesamten Bauabschnitt müssten neu ca. 800 Meter Gleis errichtet und auf etwas mehr als einem Kilometer (zwischen der EK ca. bei Streckenkilometer 37,4 und dem Ende der bisherigen Zweigleisigkeit bei Streckenkilometer 38,4) die Gleisgeschwindigkeit auf 100-120 km/h erhöht werden, eine Lösung bezüglich der Anschlussbahn an das Unternehmen Sunpor gefunden werden sowie eine Unterführung verbreitert werden. Um diese erschwerenden Umstände zu vermeiden, bestünde auch die Möglichkeit die Zweigleisigkeit vorzeitig bereits vor der Eisenbahnunterführung enden zu lassen und in Herzogenburg eine geringfügig längere Wartezeit der südwärts fahrenden Schnellbahnen inkauf zu nehmen. Dies würde dann auch das Problem mit der Anschlussbahn zum Unternehmen Sunpor lösen, liegt die abzweigende Weiche doch direkt unter der Eisenbahnunterführung.
Ebenso besteht die Möglichkeit, die Zweigleisigkeit bis südlich von Unterradlberg zu errichten und so weitere Pufferzeiten für die Kreuzung der Züge der S40 zu schaffen. Dies könnte auch als Vorleistung auf einen vollständigen zweigleisigen Ausbau (ggf. samt geringfügiger Geschwindigkeitserhöhungen) zwischen von Tulln bis St. Pölten gesehen werden mit welchem die Strecke deutlich mehr Güterzüge aufnehmen und damit die alte Westbahn entlasten würde.
Bereits mit der vollständigen Umsetzung dieser kleinen Baumassnahme sollte sich als angenehmer Nebeneffekt auch ein ganztägiger 35/25-Minutentakt zwischen St. Pölten und Krems einrichten lassen ohne in St. Pölten Anschlüsse an die WB nach Wien oder die ICE nach Deutschland zu verpassen. Die Abfahrten würden in diesem Fall wie bisher zu den Minuten 5 und 39 erfolgen (Ankunft der S40 zur Minute 37).
Für weitere Taktverdichtungen in Richtung Traismauer und Tulln, wo momentan ein Stundentakt gefahren wird, sind jedoch wie für weitere Kapazitätserhöhungen im Güterverkehr zusätzliche Infrastrukturausbauten bis zur Errichtung einer vollständigen Zweigleisigkeit vonnöten. Diese wären im Stadtgebiet von St. Pölten und St. Pölten Traisenpark unter Umständen auch generell anzuraten um hier einen gewissen Zeitpuffer zwischen der Einfahrt der S40 und der Ausfahrt der Regionalzüge nach Krems zu haben. Eventuell wäre dann auch die Errichtung einer Haltestelle an der Eisenbahnüberführung um die Adolf-Sedlaczek-Gasse denkbar. Neben Verknüpfung an den Stadtbus St. Pölten läge diese Haltestelle auch im Einzugsgebiet des Schulzentrums Eybnerstrasse, der FH St. Pölten und – wenn auch etwas weiter entfernt – dem Uniklinikum St. Pölten. Sofern unbedingt ein glatter T30 erwünscht wird besteht auch die Möglichkeit des Ausbaus der Strecke bis Viehofen, ggf. samt Umbau des Bahnhofs welcher momentan noch ortsbesetzt ist. Für bestmögliche betriebliche Flexibilität baut man den gesamten Abschnitt St. Pölten Hbf. (die Ausfahrt besteht bereits zweitgleisig) – Viehofen mit einem zweiten Gleis aus. Dies soll jetzt jedoch nicht mehr Teil des Vorschlags sein.
Zielfahrplan bei Berücksichtigung dieses Vorschlags:
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Bahnhof |
S40-> St. Pölten aus Wien FJB |
S40 -> Wien FJB beginnt in St. Pölten |
R44 -> St. Pölten aus Horn/Krems |
R44 -> Horn/Krems beginnt in St. Pölten |
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Herzogenburg Bf. |
xx:23 |
xx:28 |
xx:14/xx:47 |
xx:13/xx:46 |
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Unterradlberg |
xx:27 |
xx:25 |
– |
– |
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Oberradlberg |
xx:29 |
xx:22 |
– |
– |
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Viehofen |
xx:32 |
xx:20 |
– |
– |
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St. Pölten Traisenpark |
xx:34 |
xx:15 |
– |
– |
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St. Pölten Hbf. |
xx:37 |
xx:12 |
xx:23/xx:55 |
xx:05/xx:39 |

Ich ziehe im Anbetracht dieser Nachricht den Vorschlag zurück (Ein zweigleisiger Ausbau zwischen St. Pölten und Herzogenburg steht jetzt im ÖBB-Rahmenplan), weise aber auf die trotzdem bessere Wirtschaftlichkeit einer partiellen Zweigleisigkeit hin. Insbesondere in Verbindung mit einer Verbindung mit der GZU ist eine vollständige Zweigleisigkeit zwischen St. Pölten und Herzogenburg unnötige Kapazität welche selbst für ein aufgestocktes Betriebsprogramm nicht notwendig wäre. Eine Verbindung der GZU mit der Tullnerfelder Bahn samt partiell zweigleisigen Ausbauten nördlich Herzogenburgs würde aufgrund der besseren Topografie nicht nur für die EVU attraktiver sein, sondern auch für das infrastrukturbetreibende Unternehmen Kosteneinsparungen z.B. durch einen teilweisen Rückbau auf eine Eingleisigkeit und der Verschlankung der Betriebsstellen entlang der alten Westbahn zwischen St. Pölten und Wien ermöglichen.
Nachtrag um Missverständnisse aufzuklären: Eine Verbindung der GZU St. Pölten mit der Tullnerfelder Bahn ist momentan NICHT geplant, jedoch meines Erachtens gerade bei Umlegen des Güterverkehrs auf die Tullnerfelder Bahn sinnvoll. Ein Umlegen des gesamten Güterverkehrs von der Weststrecke auf die Tullnerfelder Bahn ist wegen der Topographie und teilweise vorhandenen Gewichtsbeschränkungen auf der alten Westbahn zu empfehlen. Bereits heute existieren Gz welche für die alte Westbahn zwischen St. Pölten und Wien zu schwer sind, ein Ausbau der Tullnerfelder Bahn auf mindestens 750, besser noch 1000-Meter-Tauglichkeit wäre daher anzuraten. Dieser muss wie oben erwähnt nicht zwangsläufig vollständig zweigleisig sein. Sofern das Betriebsprogramm wirtschaftlich gefahren werden kann, reicht auch ein partiell zweigleisiger Ausbau.