18 Kommentare zu “SFS Berlin – BER – Dresden

  1. Zwei Punkte dazu, auch wenns noch nicht fertig ist (erkennbar ist es aber schon):

    1. Dass ein Großflughafen an dieser Stelle jemals in Betrieb gehen wird, daran glaube ich nicht mehr 100%. Da ist so viel Pfusch am Bau, dass man eine restlose Beseitigung aller Baumangel wohl Nie hinbekommen wird. Zudem sind sich alle Experten einig, dass er zu klein ist um Schönefeld und Tegel zu ersetzen, und dass die Standortwahl im dicht besiedelten Umfeld ein Fehler war. Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass der Nie in Betrieb geht, sondern an anderer Stelle ein neuer gebaut wird.

    2. Der viel wichtigere Punkt. Die Bestandsstrecke wurde doch eben erst für 200 km/h vorbereitet. Eine FV-Verbindung von zentraler Bedeutung ist das hier nicht, mit mehr als einem Stundentakt ist nicht zu rechnen. Dafür, denke ich, reicht spätestens mit Wiederaufbau der Dresdner Bahn in Berlin eine ABS200 voll aus, auch wenn sie nicht an der Investitionsruine vorbei kommt.

  2. Die Geschwindigkeitserhöhung von 160km/h auf 200km/h bringt 5min Fahrzeitgewinn. Die Geschwindigkeitserhöhung von 200km/h auf 250km/h wird geringere Fahrzeitgewinne mit sich bringen.
    Jetzt willst du aber dadurch 20min rausholen und zusätzlich den Halt am BER mit Umweg kompensieren.

    Die Linienverbesserungen im Süden sehen ganz sinnvoll aus, werden sich aber erst lohen, wenn es nach Prag weitergeht.

    1. Was ich von der Praktikabilität der Idee halten soll, weiß ich auch nicht, aber ich dachte mir, die Diskussion wäre es wert.

      Die 20 Minuten kommen auch nicht allein durch den Schnellfahrabschnitt mit 250 km/h zustande, sondern auch durch Ausbauten in den Knoten Berlin und Dresden (Dresdener Bahn mit 160 km/h, nach Variante 6b 200 km/h bis nach Dresden-Friedrichstadt hinein).

      1. Aber der Wiederaufbau der Dresdner Bahn ist ja schon längst geplant, und wird auch kommen, gehört also nicht wirklich zu deinem Vorschlag dazu. Es wäre gut zu wissem, was das, was an diesem Vorschlag neu ist, bringt.

        1. Stimmt schon, die Reaktivierung der Dresdener Bahn ist nicht meine Idee, aber der Vorschlag sieht auch die Bündelung der Fernverkehre Berlin – Dresden und, mit Ausbauschritt 4, Berlin – Cottbus unter angesprochener Reduktion der Fahrzeiten vor. (Dazu würde ich mittlerweile eindeutig Variante 6b bevorzugen, dann kommt man über Cossebaude schneller nach Dresden und hat auch Dresden – Leipzig mitbeschleunigt. Dresden-Neustadt bleibt über die dritte, zwischen Radebeul und Dresden rechtselbisch und nicht beschleunigt geführte IC-Linie an Berlin und über den Regionalverkehr an Leipzig angebunden.)

          Mit der Dresdener Bahn allein und ohne den 200 km/h-Ausbau lägen die Fahrzeiten bei 1:20 h, mit Doberlug-Kirchhain / Elsterwerda bei 1:30 h. Durch meinen Vorschlag könnte man diese auf 1 h / 1:10-1:15 h (ohne Doberlug-Kirchhain, 250 km/h bzw. mit Doberlug-Kirchhain, 200 – 250 km/h) reduzieren. Hinzu käme die verstärkte Anbindung des Flughafens BER – ja, ich weiß, eben dieses Argument hast du schon in deinem ersten Kommentar bemängelt, aber das Ding steht nun mal da, ob Investitionsruine oder nicht, das kann man im Nachhinein nicht mehr ändern. Meine NBS-Idee ist auch etwas für den Zeithorizont 2040+; dass sich dann eine derartige Fernverkehrsanbindung des Flughafens lohnt, kann man auch nicht ausschließen.

          Die Vorteile sind nicht so umwerfend wie bei anderen, wahrscheinlich sinnvolleren Neubauideen, aber für 1,5 bis 2 Linien die Stunde kann man schon mal darüber nachdenken. Würzburg – Fulda ist ein fast genauso langer Neubauabschnitt und schwächer ausgelastet, und die Überkapazität der Neubaustrecke Erfurt – Ebensfeld, die entschieden schwerer zu bauen war, sind auch bekannt – topografisch wäre meine Idee einfacher, Kunstbauten müssen nur da hin, wo die A13 auch welche hat und an den überschaubar vielen Stellen, wo Flüsse und Ausfädelungen aus der Altstrecke sind.

          (Gut, der Vergleich mit Würzburg – Fulda hinkt; bei mir kommen noch die 250 km/h-Ausbauabschnitte dazu, aber zwischen Gehren und Hohenleipisch wären die in der Ausstattung nur ein geringer Mehraufwand gegenüber einem möglichen 200 km/h-Ausbau (Umbau zweier Bahnhöfe), und zwischen Zabeltitz / Großenhain und Abzweig Radebeul liegen ja auch keine Personenbahnhöfe mehr.)

          Die Führung östlich der Bestandsstrecke kann durch die Bündelung mit der A13 auch Teile der Relation Berlin – Cottbus entlasten, auf der doch ein recht ordentlicher Regionalverkehr angedacht ist. Ob Ausbauabschnitt 4 sich für den zweistündlichen Zug lohnt, ist diskutabel, aber z. B. die Verbindungskurve Wiesbaden – Breckenheim wurde auch für weniger gebaut. Wie sich der Cottbusser Verkehr in der Zukunft entwickelt, kann man ja auch noch nicht voraussagen.

          Fazit: Meine Idee kann ITF-freundlichere Fahrzeiten zwischen Berlin und Dresden ermöglichen, wenn man eben das Geld in die Hand nimmt und gleich 250 km/h statt 200 km/h auf Teilabschnitten plant, die Anbindung des BER verbessern (auch wenn du das möglicherweise nicht als Argument zählen lässt) und längerfristig Synergieeffekte für Berlin – Cottbus und Dresden – Leipzig bringen.

          Wie gesagt, so etwas ist langfristiger Bedarf. War nur so ne Idee.

  3. Naja nach Berlin kommt man schon ausreichend schnell. Ob sich der Aufwand da lohnt? Schade finde ich es wenn Elsterwerda als Halt enfällt (was jetzt schon leider bei einigen EC’s der Fall ist). Ob Doberlug das ersetzen kann? Mit Anschluss nach Falkenberg, Cottbus und weiter, vielleicht. Aber solange es keine 5-Jahre Sperrungen mit Umleitungen über Leipzig gibt, sehe ich es als Langfristige möglichkeit.

    1. Na ja, ich denke, dass die Halte in Doberlug-Kirchhain und Elsterwerda (jeweils unter 10.000 Einwohner) nicht primär für die Orte da sind, sondern für die Anschlüsse nach Cottbus / Falkenberg / Chemnitz. Cottbus und Falkenberg bleiben indirekt angebunden, und Chemnitz könnte mit einer Durchbindung RE5 – RB45 eine Direktverbindung nach Berlin geben.

      Die Sperrung der Bestandsstrecke dürfte sich einigermaßen in Grenzen halten, es geht nur um die Anbindung der SFS und um die Ertüchtigung einiger Abschnitte auf 250 km/h. Zwischen Großenhain und Dresden hat man die parallelen Strecken Leipzig – Dresden und Priestewitz – Großenhain, und für die restlichen Phasen leitet man halt über Falkenberg um, das hatten wir ja schon mal.

  4. Die Trassierung gefällt mir grob. Ich denke, dass es zwischen Berlin und Dresden eine richtige Hochgeschwindigkeitsstrecke braucht. Also eine Strecke mit mindestens 300km/h und einer Fahrzeit von ca. 57 Minuten zwischen den beiden Hauptbahnhöfen. Berlin-Dresden liegt auf der wichtigen europäischen Achse Kopenhagen-Hamburg-Berlin-Dresden-Prag-Wien-Bratislava-Budapest. Eine halbe Stunde an Fahrzeit einzusparen wäre hier enorm wichtig. Die Strecken in Tschechien werden meines Wissens für 320km/h gebaut, sodass ohnehin schnelle Züge auf der Strecke zum Einsatz kommen.

    Den Umweg über den BER kann man streichen. Der Flughafen ist international nicht relevant genug. Die NBS sollte aber zwischen der Dresdner Bestandsstrecke und der Strecke nach Cottbus liegen, denn ein Abzweig nach Cottbus (bzw. Breslau) wäre ebenfalls wichtig.

     

    Ich halte einen T30 für Züge nach Prag für sehr realistisch, wobei mindestens einer davon bis nach Wien durchgebunden wird. Ebenfalls halte ich einen T60 für Züge nach Breslau für realistisch.

    Sofern man auf eine Fahrzeit von knapp unter einer Stunde kommt, was bei 200 Kilometern Strecke nicht unrealistisch ist, wären die Fahrzeiten wie folgt:

    • Berlin-Dresden: 1h
    • Berlin-Prag: 2h
    • Berlin-Wien: 4h und Hamburg-Wien in 5h30
    • Kopenhagen-Wien (nicht über Hamburg): 7h30
    1. Finde ich tatsächlich auch den näheren Gedanken, da wir mit steigendem Fernverkehr so langsam in Regionen kommen, wo man über einen Ausbau der Anhalter Bahn sprechen muss. Die Ausfädelung dorthin müsste dann im Bereich Jüterbog liegen, da eine Umfahrung von Wittenberg und Bitterfeld durch den Takt-FV nicht sonderlich viel Sinn ergibt. Seitens der Dresdener Bahn könnte man dann bei einer Neutrassierung der Gehrener Kurve bis Baruth bestandsnah bleiben.

      Der BER wir dann zwar nicht erreicht, das wäre aber auch keine Verschlechterung zum Ist-Zustand, der EC hält dort aktuell ja auch nicht.

    2. Daran habe ich auch gedacht, aber das wäre schon ein Umweg für Dresden und Leipzig. Das könnte eventuell mit großen Fahrzeitverbesserungen schwierig werden. Idealerweise ist Berlin-Dresden in <1h (-30min) und Berlin-Halle in ~45min (auch -30min) fahrbar.

      Ich finde hier wäre ein Y mal ausnahmsweise ein schlechter Kompromiss.

      1. Wäre das wirklich ein großer Umweg?
        Die Anhalter Bahn und die Dresdner Bahn verlaufen südlich von Berlin erstmal sehr lange einigermaßen parallel, bis 50 km südlich von Berlin liegen die Strecken weniger als 20 km auseinander.
        Erst auf Höhe Luckenwalde/Baruth trennen sich die Strecken.
        Auch macht die Strecke zwischen Jüterbog und Leipzig einen nicht gerade kleinen Umweg.

        Eine Y-SFS, die von Berlin gerade Richtung Süden zwischen Anhalter und Dresdner Bahn verläuft und sich irgendwo im Dreieck zwischen Jüterbog, Falkenberg und Luckau aufzweigt, dürfte  jetzt keinen großen Umweg darstellen.

        Zwischen Berlin Südkreuz und Leipzig Hbf beträgt die Luftlinie 142 km, mit Umweg über einen Verzweigungspunkt im oben genannten Dreieck (mal Schönewalde angenommen) wären es 152 km.
        Von Südkreuz nach Dresden Hbf via diesem Verzweigungspunkt sind es 167 km, ohne den Verzweigungspunkt wären es nur 161 km.

        6 bzw. 10 km mehr sind bei >=300 km/h jetzt nur 1-2 Minuten mehr, dafür teilt man sich auf knapp 75 km dieselbe Strecke.

        Da sowohl die Anhalter als auch die Dresdner Bahn beide für 200 km/h ausgebaut sind, und die Fahrtzeitersparnis bei 300 km/h jetzt nicht sonderlich hoch ist, wäre eine solche Y-SFS wohl die einzige Möglichkeit, ein NKV>1 zu bekommen.

    3. Etwas Richtung Y war ja auch in den 90er Jahren nach der Wiedervereinigung mal angedacht. Da haben ja einige Planer ein paar hochfliegende Träume auf den (mehr oder weniger) weißen Karten der ICE-Verbindungen in Ostdeutschland gehabt. Schnell war aber das Geld knapp, sodass es nur zum Ausbau der Bestandsstrecken gereicht hat und selbst kleinere kosteneffiziente Maßnahmen wurden wieder fallengelassen (z.B. Umgehung Riesa) oder auf die lange Bank geschoben (Tunnel Weinböhla). Dies war sicher auch nicht ganz verkehrt, da dies schneller umsetzbar war und auch der RV mit Vmax 160 profitieren konnte.

      Jetzt aber nochmal eine (oder mehrere) SFS zusätzlich zu den ausgebauten Bestandsstrecken wäre auch nicht wirklich lohnenswert. Berlin – Dresden hat ja auch keinen allzu engen FV-Takt. Daher wäre, was ich mir in absehbarer Zeit am ehesten vorstellen könnte eine SFS Südkreuz – Abzw. BER – Zossen – Luckenwalde, die wahrscheinlich keine nennenswerten Fahrzeitgewinne bringen würde, aber zumindest die am stärksten überlasteten Streckenabschnitte südlich von Berlin entlasten könnte und die Anhalter Bahn direkt an den BER anbinden würde. In einigen Jahrzehnten ließen sich die Äste dann ggf. noch weiter nach Süden verlängern.

      1. Das war iirc damals in Verbindung mit einem neuen Verkehrsflughafen auf dem Gelände des Fliegerhorstes Sperenberg, man hat sich dann ja bekanntlich für eine stadtnähere Lage in Schönefeld entschieden.

      2. Jetzt aber nochmal eine (oder mehrere) SFS zusätzlich zu den ausgebauten Bestandsstrecken wäre auch nicht wirklich lohnenswert. 

        Widerspruch. Die Anwohner an der Anhalter Bahn fordern sogar einen Ausbau, kein Scherz. Wenn sich irgendwo eine NBS lohnen würde, dann wäre es wahrscheinlich zwischen Berlin-Frankfurt/München. Hier sehe ich perspektivisch mindestens 4 ICEs pro Stunde (2 nach München, 2 nach Frankfurt-Stuttgart/Paris/Basel).

        Berlin – Dresden hat ja auch keinen allzu engen FV-Takt.

        Spätestens wenn die Tschechen fertig sind, rechne ich mit einem T30. Die Relation B-DD-Prag-Wien(-Bratislava-Budapest) ist einfach zu attraktiv. Vor allem mit den kurzen Fahrzeiten.

    4. Laut D-Takt soll ja die Anhalter Fernbahn auf Berliner Gebiet viergleisig ausgebaut werden. Vielleicht wäre dann ein SFS-Tunnel ab Südkreuz notwendig? Dieser könnte vielleicht von allen Fernzügen in Richtung Halle, Leipzig, Dresden und Chemnitz benutzt werden, zumindest abschnittsweise. Stellt sich dann die Frage, wo sich die Linien verzweigen. Und wenn man nicht auf die vollwertige Y- Lösung setzt, dann mit Querspange Anhalter Tunnel – Dresdner Bahn für die Züge nach Dresden und Chemnitz.

       

      Ich frage mich nämlich, wie man oberirdisch sechs Gleise auf der Anhalter Bahn auf Berliner Gebiet unterbringen möchte. Außer, man legt die (eher schwächer frequentierte) S25 still. Aber ob das die richtige Lösung ist?

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