8 Kommentare zu “S 1 weiter nach Bielefeld (S-Bahn Hannover)

  1. Im D-Takt sind ja bereits 9 bzw. 10 Minuten Übergangszeit vorgesehen, das führt ja auch zu einer Verbesserung. Ansonsten ist es auch so, dass es nicht funktionieren wird, eine Linie zu verlängern, wenn auf der gleichen Strecke 5 Minuten später eine schnellere Linie verkehrt. Da wird unterwegs (bzw. schon relativ nah an Minden) eine Überholung möglich sein. Eventuell sogar direkt in Minden, das heißt, wenn die Züge pünktlich sind, würde sich ein Umstieg trotzdem lohnen. Oder anders gesagt, die S-Bahn würde auf dem verlängerten Abschnitt nur nennenswert genutzt werden, wenn tatsächlich der Verspätungsfall eintritt.

    Die im D-Takt vorgestellte Lösung enthält sowohl eine zweistündliche Flügelung des RE in Löhne als auch eine Umsteigemöglichkeit vom RE nach Rheine zum RE Nienburg – Bielefeld in der anderen Stunde. Oder, anders formuliert, es gibt eine stündliche RE-Verbindung Hannover – Bielefeld, die deutlich schneller ist als diese S-Bahn, weshalb ich diese Verlängerung nicht für sinnvoll halte.

    1. Nun, ich wüsste nicht, wieso eine parallel verlaufende langsamere Linie ein Problem sein sollte. Eine schnelle Linie, und eine, die alle Unterwegshalte anbindet, ist nicht unüblich. Es gibt z. B. auf der Relation Hamburg–Bremen den RE 4 (69 min Fahrzeit) und die 20 Minuten später verkehrende RB 41 (89 min Fahrzeit). Dazu ist der Umstieg auf den RE 78 auch mit einem erhöhten Verspätungsrisiko verbunden.

      1. Eine schnelle Linie, und eine, die alle Unterwegshalte anbindet, ist nicht unüblich.

        Klar, das ist üblich und sogar sehr sinnvoll. Hier funktioniert es aber zumindest in der von dir vorgeschlagenen Variante nicht.

        Es gibt z. B. auf der Relation Hamburg–Bremen den RE 4 (69 min Fahrzeit) und die 20 Minuten später verkehrende RB 41 (89 min Fahrzeit).

        Klar, das funktioniert. Langsame Linie ist 20 Minuten langsamer und fährt 20 Minuten später ab, kommt also 20 Minuten vor dem nächsten schnellen Zug an. Keine Überholung notwendig und damit lohnt sich auch kein Umstieg.

        Hier wäre es aber anders. Mit 2 Minuten Halt fährt die S1 3 Minuten vor dem RE ab. Wenn der auch nur 5 Minuten Fahrzeit einspart, ist zwischendurch also eine Überholung notwendig, sodass ein Umstieg in Minden die schnellere Fahrtmöglichkeit bleiben würde.

  2. Reisende haben nämlich das Recht, ab einer zu erwartenden Verspätung von über 20 Minuten am Zielort (Hannover) eine beliebige Zugkategorie zu wählen.

    Auf was beziehst du dich da? Laut Mobilitätsgarantie NRW gilt dies nur bei Verspätungen >20 Minuten am Abfahrtsort.
    Zudem gilt sie vermutlich auch nur in NRW.

    1. Nein. Laut einer EU-Verordnung für Fahrgastrechte von 2007 haben Nahverkehrsreisende den Anspruch, ab einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten und mehr am Zielort den Fernverkehr zu nutzen und sich den Fahrpreis erstatten zu lassen. Von daher halte ich diese „NRW-Mobilitätsgarantie“ sowieso für einen schlechten Witz… Nähreres dazu findest du hier: https://www.eba.bund.de/DE/Themen/Fahrgastrechte/Bahn/Beispiele_Ausnahmen/beispiele_ausnahmen_node.html

      Ist abzusehen, dass der Fahrgast mit einer ausschließlich für den Nahverkehr gültigen Fahrkarte wegen einer Unpünktlichkeit oder eines Ausfalls eines Zuges im Nahverkehr wenigstens 20 Minuten verspätet sein Ziel erreicht, kann er einen anderen Zug, insbesondere auch einen Zug des Fernverkehrs nutzen. Die Benutzung eines reservierungspflichtigen Zuges oder eines Zuges, der eine Sonderfahrt durchführt, kann jedoch nicht verlangt werden.

       

      Die Bahn nimmt auch hier Stellung:
      https://twitter.com/DB_Bahn/status/1535680698597752835

      Hi zusammen, bei Zugausfall oder Verspätung im Regionalverkehr könnt ihr auch mit dem 9-Euro-Ticket einen IC oder ICE nutzen, müsst aber dafür eine Fahrkarte lösen, die euch danach über die Fahrgastrechte erstattet wird. Gute Reise. /ar […] Diese Regelung gilt auch für andere Tickets im Nahverkehr, jedoch nicht für stark vergünstigte Tickets (z. B. Länder-Tickets). /si

      Mal angemerkt – ich fand es auch sehr seltsam, die Beobachtung gemacht zu haben, dass Reisende mit dem „Ramschticket“ in diesem Sommer, dessen Verbindung eben eine Verspätung von ≥20 Minuten hatte, am Info-Schalter schlicht auf den Folgetakt des Regionalverkehrs verwiesen wurden, obwohl sie sehr wohl das Recht gehabt hätten, mit dem „weißen Zug“ zu fahren. Ich weiß nicht, ob eine kollektive Fehlauskunft beabsichtigt ist oder einfach Aufklärungsbedarf bei den Kundenbetreuern herrscht…

  3. Gegen eine Verlängerung der S1 von Minden nach Bielefeld finde ich, spricht nichts. Allerding verkehren von Bielefeld nach Minden nur RE-Züge und die Stationen liegen da auch gerne weiterauseinander. Eine Verlängerung der S-Bahn-Linie 1 von Minden nach Bielefeld wäre aber dann so etwas wie die fehlende RB-Leistung Minden – Bielefeld, welche eine bessere Feinerschließung als die REs bieten könnte. Eine S-Bahn bietet grundsätzlich auch eine bessere Feinerschließung als RE-Linien, daher sollte die Verlängerung der S-Bahn-Linie 1 von Minden nach Bielefeld auch noch neue Stationen bekommen, die derzeit nicht vorhanden sind. Die Region Ostwestfalen, also die Gegend Bielefeld – Herford – Minden, ist recht dicht besiedelt, sodass da durchaus weitere Stationen zur Feinerschließung sinnvoll sein könnten. So könnte die S1 „Porta Westfalica-Holzhausen“ (4200 EW) erschließen. Ein recht großer Ort ohne SPNV-Halt ist „Bad Oeynhausen-Rehme“ (7900 EW) und noch größer ist Löhne-Gohfeld (18000 EW), wo derzeit alle Züge durchfahren. Auch Löhne-Ort ließe sich durch einen zusätzlichen Halt an der Herforder Straße besser erschließen. Ebenso könnte ich mir für Herford gut einen Nordbahnhof an der Ringstraße vorstellen.

  4. Der Vorschlag verlagert das Problem des verpassten Anschlusses nur von Minden nach Hannover. Wegen der Verlängerung der S1 erhöht sich das Verspätungsrisiko dieser Linie, so dass Anschlüsse in Hannover riskanter werden. Sinnvoll wäre der Vorschlag daher nur, wenn mehr Fahrgäste von der S1 in Minden in den RE6 umsteigen als in Hannover in alles mögliche.

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