Beschreibung des Vorschlags
Im Rahmen der Neustrukturierung des slowakischen Regionalverkehrs wird die Einführung einer neuen Regionalbahnlinie Os 11 (Osobný Vlak – Regionalbahn) zwischen der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Hlavná stanica) und der ungarischen Stadt Győr vorgeschlagen. Diese Verbindung soll über Bratislava-Petržalka, Jarovce, Rusovce, Rajka und Hegyeshalom verlaufen und die Reisezeit zwischen der Slowakei und Ungarn erheblich verkürzen.
1. Aktuelle Situation
Die derzeitige Anbindung des Hauptbahnhofs Bratislava (Hlavná stanica) an den südlichen Grenzverkehr ist unzureichend. Die Verbindung von Bratislava-Nové Mesto nach Petržalka erfolgt über einen langen Umweg und benötigt allein für diese Strecke 19 Minuten. Zudem existiert lediglich eine wenig frequentierte Verbindung zwischen dem ungarischen Grenzort Rajka und Bratislava-Nové Mesto, wodurch eine direkte Anbindung an den zentral gelegenen Hauptbahnhof fehlt.
Ab Rajka bestehen derzeit stündliche Verbindungen nach Hegyeshalom sowie drei tägliche Verbindungen nach Győr. Die gesamte Fahrzeit zwischen Bratislava-Hlavná stanica und Győr beträgt aktuell 2 Stunden und 44 Minuten (Quelle: cp.sk). Die Strecke nach Hegyeshalom ist eingleisig, was ihre Kapazität erheblich einschränkt und zukünftige Erweiterungen erschwert.
2. Konzept der neuen Regionalbahnlinie
Der Vorschlag wird im Einklang mit den Vorschlägen zum Ausbau des Bratislava Hlavna Stanica und dem CityTunnel Bratislava gebracht
Um die Anbindung zu verbessern, wird der Bau eines City-Tunnels zwischen Bratislava-Hlavná stanica und Petržalka vorgeschlagen. Dieser Tunnel würde zahlreiche Vorteile bieten:
- Direkte Verbindung zwischen Innenstadt und Petržalka
- Deutliche Verkürzung der Reisezeit
- Bessere Anbindung Bratislavas als zentrale Verkehrsdrehscheibe
- Erhöhte Attraktivität für Reisende aus Österreich und Ungarn
- Schnellere Verbindungen zum Hauptbahnhof Bratislava
Zusätzlich soll der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Hegyeshalom und Petržalka erfolgen, um sowohl den wachsenden Personenverkehr als auch den Güterverkehr effizienter abzuwickeln. Die enge Verbindung zwischen Wien und Bratislava – den beiden geografisch nächstgelegenen Hauptstädten Europas – erfordert eine zuverlässigere Bahnverbindung. Während zwischen Wien und Budapest regelmäßige EuroCity-Züge verkehren, bleibt Bratislava bislang weitgehend außen vor. Daher wird vorgeschlagen, die bestehenden EuroCity-Züge über die Marchegger Ostbahn nach Bratislava-Hlavná stanica zu führen und durch den geplanten City-Tunnel sowie über Hegyeshalom weiter nach Győr und Budapest zu leiten.
Darüber hinaus sollte die historische Bahnschleife in Hegyeshalom reaktiviert werden, um die Fahrzeiten weiter zu optimieren. Zusätzlich wird die Errichtung eines Bahnhalts in Jarovce empfohlen, dessen Anbindung durch einen lokalen Busverkehr sichergestellt werden kann.
Ein weiteres strukturelles Element dieser Reform ist die Einführung fester Liniennummern für alle Regionalzüge (hier Os 11). Anders als im aktuellen System, das auf individuellen Zugnummern basiert, würde dies die Orientierung für Fahrgäste erleichtern. Während im Fernverkehr feste Zugnummern für Reservierungen und die Identifikation von Verbindungen essenziell sind, ist dies im Regionalverkehr weniger relevant und kann stattdessen zu Verwirrung führen.
3. Geplanter Fahrplan
Die Regionalbahn Os 11 soll im Halbstundentakt verkehren und ab Bratislava zu den Hauptzeiten jeweils zur vollen und halben Stunde (xx:00 und xx:30) starten. In Győr ist eine Standzeit von 22 Minuten vorgesehen, um Verspätungen auszugleichen, während in Bratislava eine Standzeit von 10 Minuten eingeplant ist. Reisende erhalten in Győr direkte Anschlussmöglichkeiten in Richtung Budapest.
Geplante Fahrzeiten (Beispielhafte Übersicht):
| Haltestelle | Os 11 -> Györ | Os 11 -> Bratislava |
|---|---|---|
| Bratislava Hlavná stanica | 00:00 | 02:50 |
| Bratislava-Petržalka | 00:07 | 02:43 |
| Rajka | 00:25 | 02:25 |
| Hegyeshalom | 00:38 | 02:12 |
| Győr | 01:26 | 01:48 |
Dies ist ein Teil der Reorganisation des Slowakischen Regionalverkehrs.
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Os 10 |
Bratislava |
Trencin |
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Os 11 |
Bratislava |
Györ |
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Bratislava |
Breclav |
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Os 13 |
Bratislava |
Sturovo |
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Os 14 |
Bratislava |
Kommarno |
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Os 150 |
Bratislava |
Plavecky Mikulas |
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Os 151 |
Bratislava |
Zahorvska Ves |
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Os 16 |
Bratislava |
Nitra |
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Os 19 |
Trnava |
Kuty |
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Os 17 |
Trnava |
Skalica |
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Os 18 |
Trnava |
Sered |
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Os 20 |
Trencin |
Zilina |
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Trencin |
Nitra |
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Os 22 |
Trencin |
Veseli nad Moravou |
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Os 23 |
Prievidza |
Leopoldov |
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Os 24 |
Trencin |
Brumov |
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Os 25 |
Trencin |
Lednicke Rovne |
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Os 26 |
Nove Zamky |
Topolcianky |
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Os 27 |
Radosina |
Kozarovce |
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Os 28 |
Nove Zamky |
Komarnom(HU) |
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Os 29 |
Sered/Galant |
Nove Zamky |
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Os 30 |
Zilina |
Poprad |
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Os 31 |
Vrutky |
Nitrianske Pravo |
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Os 32 |
Zilina |
Rajec |
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Os 33 |
Zilina |
Zwardon |
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Os 34 |
Zilina |
Mosty u Jablunka |
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Os 35 |
Zilina |
Makov |
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Os 36 |
Puchov |
Hornie Lidec (CZ) |
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Os 37 |
Zilina |
Banks Bystrica |
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Os 38 |
Horna Stubna |
Banska Stiavnica |
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Os 39 |
Kralovany |
Podzerwone |
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Os 40 |
Poprad |
Kosice |
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Os 41 |
Poprad |
Muszyna (PL) |
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Os 42 |
Tatranska Lomnica |
Studeny Pok |
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Os 43 |
Spisska Nova Ves |
Levoca |
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Os 44 |
Spisske Vlachy |
Spisske Pohrady |
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Os 45 |
Kosice |
Plavec |
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Os 46 |
Kosice |
Bardejov |
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Os 47 |
Kosice |
Medzilaborce |
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Os 48 |
Stakcin |
Kosice |
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Os 49 |
Vranov nad Tolpou |
Slovenske NM |
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Os 50 |
Kosice |
Roznava |
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Os 51 |
Medzev |
Moldava n Bodvou |
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Os 52 |
Lucenec |
Brezno |
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Os 53 |
Roznava |
Dobsina |
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Os 54 |
Margecany |
Banks Bystrica |
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Os 55 |
Muran |
Plesivec |
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Os 56 |
Slavosovce |
Plesivec |
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Os 57 |
Cata |
Zvolen |
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Os 58 |
Levice |
Sturovo |
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Os 59 |
Zvolen |
Nove Zamky |
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Os 60 |
Zvolen |
Roznava |
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Os 61 |
Velky Krtis |
Utekac |
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Os 62 |
Katarinska Huta |
Breznicka |

Ich zähle bei vagonweb immerhin 13 Fahrten pro Tag, viele davon sogar bis Hegyeshalom. Wenig frequentiert ist das wirklich nicht. Abgesehen davon verstehe ich dein Haltemuster nicht. Mehrere Orte in Ungarn werden ausgelassen, dafür sollen in der Slowakei noch neue Halte entstehen.
Ansonsten bin, ich ja immer für mehr internationalen Personenverkehr, aber bei deinem Vorschlag sehe ich so, wie er jetzt ist, kein starkes Potential.
Im 2 Stunden Takt ab der Haltestelle Bratislava Neustadt ist für solch eine Strecke deutlich unterfrequentiert. Es gibt wie gesagt keine Anbindung zum Hauptbahnhof in Bratislava, geschuldet am mangelnden politischen Willen. Nachfrage und potential gibt es allemal.
Hatte ich mit der Intention gemacht, dass man die IC aus Wien/Budapest nicht ausbremst auf der Strecke da es bereits im T60 Regionalverbindungen zwischen Hegyeshalom und Györ gibt. Gerne könnte man die ganzen Orte mitnehmen solange dies mit den IC in Abstimmung gebracht wird.
13 Fahrten sind mehr als ein Zweistundentakt. Und warum ist das bitteschön unterfrequentiert? Es handelt sich ja immerhin um eine grenzüberschreitende Regionalverkehrsverbindung, glaube nicht, dass da so viel gependelt wird. Dafür müsstest du dann schon stichhaltige Indizien liefern, der aktuelle Rollmaterialeinsatz spricht eher für eine geringe Nachfrage.
Bist du dir sicher, dass die Kapazitäten am Hbf ausreichen?
Die existierenden Regionalverkehrsleistungen könnten dann ja im Gegenzug eingestellt werden, oder ist die Nachfrage hier wirklich so groß? Hier verkehren ja meist nur einteilige Flirts, wenn also mehr Nachfrage bestehen sollte, wären zweiteilige Garnituren zunächst der günstigere Schritt als eine Taktverdopplung.
13 Fahrten sind vielleicht nicht unterfrequentiert, aber es ist Luft nach oben wie man im Deutschen sagt. Im Vordergrund steht die Verbindungen zur Slowakische Hauptstadt Bratislava mit anderen Städten in der Region zu stärken/etablieren. Und dabei sehe ich nicht wenig potential zwischen Bratislava und Györ in der Zukunft darüber nachzudenken von 1-2 Stunden Takt dann auf einen T60 und eventuell bei genügend Nachfrage einen T30 zu etablieren.
Genau deswegen habe ich diesen Vorschlag erstellt
Das könnte in der Tat gemacht werden, aktuell verkehren die Regionalzüge aus Bruck an der Leitha bis nach Györ. Es müsste dann einen Regionalzug von Bruck nach Hegyeshalom mit Umstieg auf die Os 11 geben. Allerdings wäre dies eine verschlechterung für Pendler/Reisende aus Österreich.
Das ist ja alles richtig was du sagst, meine Frage nach der Quelle für eine hinreichende Nachfrage lässt du aber unbeantwortet.
Auf den du in der Beschreibung nicht hinweist, genau so wenig wie auf die erforderliche Kapazitätserhöhung – aber egal.
Nur die wenigsten Züge sind nach Bruck a.d. Leitha durchgebunden laut DB Navigator.
Um ehrlich zu sein habe ich keine zertifitierte Quelle außer ein Selbstzeugnis. Ich kann aus Erfahrung sagen nach 2 Fahrten hin und zurück dass sich folgende Problematiken entstehen: Man muss erstmal zu BT Nove Mesto mit der Straßenbahn fahren oder zukünftig ab Petrzalka. Zweite Problematik ist, dass der Umstieg 3 Minuten beträgt und man gut und gerne den Anschluss nach Györ verpasst. Denn welcher Abschnitt vor Hegyeshalom ist wichtiger? Die Kleinstadt Bruck a.D.L oder die Hauptstadt Bratislava für den Verkehr? Da würde ich lieber eine Durchbindung nach Bratislava bevorzugen.
Mein Fehler, ergänze ich noch
Damit würde nichts einer Durchbindung nach Bratislava von Hegyeshalom sprechen, weil kein anderer Ort verzichten müsste.
Das hat bis auf den letzten Aspekt nichts mit der Nachfrage zu tun sondern beschreibt lediglich Faktoren, die die Relation aktuell unattraktiv machen. Und auch den letzten Aspekt würde ich damit entkräften, dass die Verbindung nach Bruck/Leitha Anschluss an Österreich bietet, und das ist als Hochlohnland nun mal attraktiver als Pendelziel als die Slowakei, deren Lohnniveau nicht bedeutend höher als das von Ungarn ist (Durchschnittslöhne AT 3.254 €, SK 1.178 €, HU 1.020 € in 2018). Im Grenzgebiet dürften die Löhne in Ungarn und der Slowakei also vergleichbar sein, in Österreich sind sie hingegen bei den gleichen geringen Lebenshaltungskosten in Ungarn (oder der Slowakei) deutlich höher.
Durchbindungen nach Bruck und Bratislava im stündlichen Wechsel halte ich für die beste Option.
Ach ja, ich würde dir dazu raten, den Halt in Luky an die Straßenbahn zu verlegen, die Umsteigemöglichkeit erhöht das Potential.
Und dazu gebe ich einen Vorschlag wie man diese Relation genau attraktiver macht. Es geht ausschließlich darum ein besseres Angebot für den Grenzverkehr Györ-Bratislava zu bieten. Es muss ja kein T30 sein wie bei mir vorgeschlagen, kann auch ein T60 sein. Ich habe keine offiziellen Fahrgastzahlen oder wie stark sie ansteigen könnten, nur dass es sich meines Erachtens lohnen könnte diese Strecke auszubauen.
Das sind alles valide Fakten, möglicherweise gibt es zu den Problemen die Lösungen entweder den Fahrplan so anzupassen, dass der RV im T30 (aus Bratislava und Bruck) problemlos mit dem FV kompatibel gemacht werden und ausreichend überholstellen bieten, es ist ja schließlich keine Hochgeschwindigkeitsstrecke. Oder man könnte in Hegyeshalom den Zug teilen, ein Teil nach Bruck, der andere nach Bratislava. Würde natürlich paar Minuten wegnehmen, wäre meine Erachtens eine gute Lösung falls man nur mit einem T60 RV den FV integrieren kann.
Stimmt, hatte ich nicht ganz durchdacht