Regionalbahnhof Düsseldorf-Gerresheim

 

VollbildansichtVollbildansicht schließen

Beschreibung des Vorschlags

Der Bahnhof Düsseldorf-Gerresheim wird zurzeit von drei S-Bahnlinien (S8, S28, S68 (nur HVZ): jeweils im T20) sowie einigen Bus- und Stadtbahnlinien (U73, M1, 730, 736, 737, 781) angefahren. Die RE hingegen fahren in Gerresheim durch, sodass Pendler immer auf die S-Bahn angewiesen sind, welche knapp eine halbe Stunde bis Wuppertal Hbf braucht. Dies hat zur Folge, dass die S8 zu Stoßzeiten häufig überfüllt ist, da 1. die Relation Düsseldorf – Wuppertal (RE4, RE13, S8, S68) im Vergleich zum Auto besonders schnell ist und 2. die S68 (Verstärkerlinie, in Lastrichtung) häufig ausfällt.

Um einerseits die S-Bahnen zu entlasten und andererseits die Fahrzeiten (vor allem im Zulauf auf Wuppertal) zu verkürzen, soll Gerresheim zum Regionalbahnhof aufgewertet werden.

Bereits Jijzee hat die Idee geäußert, Gerresheim zum Regionalbahnhof aufzuwerten.

Zum Regionalhalt:

Warum soll Gerresheim RE-Halt werden?

Der Bahnhof hat ein großes Einzugsgebiet, welches nicht nur die Stadtbezirk 7 (47.300 EW) und 8 (60.230 EW) abdeckt, sondern auch die umliegenden Städte Erkrath (43.600 EW) und Hilden (55.180 EW). Die insgesamt 206.310 EW werden durch die kommunalen Linien als Zubringerverkehre gut angebunden.

Die Einwohnerzahl dürfte weiterwachsen, da 1. direkt neben dem Bahnhof das Glasmacherviertel gebaut wird und 2. die Nachbarstädte aufgrund ihrer niedrigeren Mietpreise und guten ÖPNV-Anbindung besonders attraktiv sind.

Was muss gebaut werden?

Für den RE-Halt muss ein Mittelbahnsteig mit einer Höhe von 76cm gebaut werden, welcher barrierfrei von der Heyestraße erreicht werden kann. Außerdem soll seine Länge 220m betragen, um den RE4 aufnehmen zu können.

Betriebskonzept:

In Gerresheim sollen die Linienpaare RE4 und RE13 (T30), S8 und S11 (T7,5) sowie S28 und S29 (T15) halten, sodass zu folgenden Zielen mehrere Direktverbindungen angeboten werden:

  • Düsseldorf Hbf und Bilk
  • Neuss Hbf und Mönchengladbach
  • Dormagen und Köln Hbf
  • Wuppertal und Hagen
  • Dortmund bzw. Hamm
  • Erkrath „Mitte“ und Hochdahl
  • Mettmann Zentrum und Stadtwald

Da Gerresheim im Osten liegt, Bilk hingegen im Westen, können sich Ortsfremde besser orientieren, da dann jede Himmelsrichtung einen RE-Halt hat:

  • Bilk (West)
  • Hauptbahnhof (Mitte)
  • Gerresheim (Ost)
  • Benrath (Süd)
  • Flughafen (Nord)

Zeitersparnisse:

Für viele Relationen ergeben sich durch den RE-Halt erhebliche Zeitersparnisse, z.B.:

  • Gerresheim – Wuppertal Hbf: 14 Minuten (RE4/RE13) statt 26 Minuten (S8)
  • Eller – Wuppertal Hbf: 30 Minuten statt 42 Minuten (730 – S8)
  • Gerresheim – Mönchengladbach Hbf: 30 Minuten (RE4/RE13) statt 41 Minuten (S8)
  • Gerresheim – Hagen Hbf: 37 Minuten (RE4/RE13) statt 60-70 Minuten (S8 bzw. S8 – RE4/RE13)

Die Relation Gerresheim – Düsseldorf Hbf – Bilk – Neuss Hbf hat zumindest kleinere Zeitvorteile, zumal lediglich wenige Stationen dazwischen liegen. Diese sind Flingern, Friedrichstadt, Bilk, Völklinger Straße, Hamm, Rheinparkcenter und Am Kaiser.

Vorteile:

  • Bessere Anbindung und Aufwertung des Einzugsgebiets (Stadtbezirke 7 und 8, Erkrath und Hilden)
  • Umstieg am Düsseldorfer Hauptbahnhof entfällt
  • gute ÖPNV-Anbindung
  • signifikante Zeitvorteile für Pendler von/nach Wuppertal und Mönchengladbach
  • Entlastung der S-Bahnen von/nach Wuppertal
  • Mehr und schnellere Direktverbindungen in Ost-West-Richtung
  • Jede Himmelsrichtung hat einen RE-Halt, sodass auch Ortsfremde besser zurecht kommen (s.o.)

Nachteile:

  • Direkt neben der eingleisigen Fernbahn Gerresheim – Gruiten gelegen, welche als Flaschenhals gilt
  • Die Zugkreuzungen müssten entsprechend etwas früher/später stattfinden.
  • Die RE werden um ~2,5 Minuten langsamer (wenn man das Betriebskonzept des RE2/RE42 zwischen Wanne-Eickel und Münster übertragt).
  • Die RE sind jetzt schon unzuverlässig, kommen aber im Gegensatz zur S68 trotzdem

Metadaten zu diesem Vorschlag

Streckendaten als GeoJSON-Datei herunterladen

7 Kommentare zu “Regionalbahnhof Düsseldorf-Gerresheim

  1. sodass Pendler immer auf die S-Bahn angewiesen sind, welche knapp eine halbe Stunde bis Wuppertal Hbf braucht

    Wie viele Pendler von Gerresheim nach Wuppertal gibt es denn? Ich gehe davon aus, dass die meisten Pendler eher in die andere Richtung fahren.

    Dieser Vorschlag kann übrigens als Alternativvorschlag zum RE-Halt in Hochdahlgesehen werden.

    Wieso ist dies eine Alternative? Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass die RE ausgebremst werden.

    Der Bahnhof hat ein großes Einzugsgebiet […]

    Die Auflistung ist aber sehr übertrieben: Wieso sollte man von Hilden oder Erkrath nach Gerresheim fahren, um dann mit dem RE nach Düsseldorf oder Wuppertal zu kommen?

    können sich Ortsfremde besser orientieren, da dann jede Himmelsrichtung einen RE-Halt hat

    Zählst du während der Fahrt die Haltestellen bis zum Ziel? Ich achte eher auf die Durchsagen und Anzeigen.

    Für viele Relationen ergeben sich durch den RE-Halt erhebliche Zeitersparnisse, z.B.:

    Klar ergibt ein zusätzlicher Halt für manche Relationen kürzere Fahrtzeiten, es kommt aber auch auf die Menge an Fahrgästen an, die davon profitieren. Alle von dir genannten Relationen würde ich nicht als besonders bedeutend bezeichnen.

    Die RE werden um ~2,5 Minuten langsamer

    21 statt 18 Minuten bedeuten aber eine Fahrtzeitverlängerung zwischen Düsseldorf Hbf und Wuppertal Hbf von 16,7%, es ist also nicht zu vernachlässigen.
    Da RE4 und RE13 deinen Angaben in diversen anderen Vorschlägen Sardinenbüchsen gleichen, stellt dies für sehr viele Pendler eine Verschlechterung dar.
    Apropos Sardinenbüchsen: Wie sollen dann da eigentlich noch zusätzliche Fahrgäste reinpassen? Wenn der Zug voll ist, kann er die Fahrgäste eines zusätzlichen Haltes ja gar nicht aufnehmen.

    1. Wie viele Pendler von Gerresheim nach Wuppertal gibt es denn? Ich gehe davon aus, dass die meisten Pendler eher in die andere Richtung fahren.

      Das ist nicht ganz richtig, für den Schülerverkehr kann es durchaus Sinn machen. Allerdings würde den gleichen Job auch eine S-Bahn tun, allerdings für auswertige Schüler aus dem Raum Wuppertal/Hagen könnte es Sinn machen. Im angesprochenen Stadtbezirk 7 gibt es allerdings Zukunftsprognosen der Stadt Düsseldorf, das dieser ein relativ hohes Wachstum bekommen wird (+4800 Quelle:https://www.duesseldorf.de/aktuelles/news/detailansicht/newsdetail/bevoelkerungsprognose-2035-1.html). Zwangsläufig sollte man dann über einen RE-Halt nachdenken. Zudem war tatsächlich war Gerresheim eine zeitlang ein RE-Halt.

       

      21 statt 18 Minuten bedeuten aber eine Fahrtzeitverlängerung zwischen Düsseldorf Hbf und Wuppertal Hbf von 16,7%, es ist also nicht zu vernachlässigen.
      Da RE4 und RE13 deinen Angaben in diversen anderen Vorschlägen Sardinenbüchsen gleichen, stellt dies für sehr viele Pendler eine Verschlechterung dar.

      Generell liegt es daran, das die Taktung einfach zu niedrig ist und die Infrastruktur nicht dafür ausgelegt ist. Es muss längerfristig einen Ausbau auf 4 Gleise geben (https://linieplus.de/proposal/zweigleisigkeit-fernbahn-duesseldorf-wuppertal/) um hier eine bedeutende Änderung herbeizuführen. Ich nehme mal an die Strecke war dafür nie gedacht als Hauptstrecke zu fungieren. Damit überhaupt Gerresheim RE-Halt werden kann, müsste sowieso der Bahnhof umgebaut werden.

       

      Die Auflistung ist aber sehr übertrieben: Wieso sollte man von Hilden oder Erkrath nach Gerresheim fahren, um dann mit dem RE nach Düsseldorf oder Wuppertal zu kommen?

      Volle Zustimmung, Hilden ist über Solingen schneller und Erkrath hat auch keinen höheren Zeitvorteil im wesentlichen.

       

      Klar ergibt ein zusätzlicher Halt für manche Relationen kürzere Fahrtzeiten, es kommt aber auch auf die Menge an Fahrgästen an, die davon profitieren. Alle von dir genannten Relationen würde ich nicht als besonders bedeutend bezeichnen.

      Gerresheim als RE-Halt macht nur Sinn, wenn die Infrastruktur mehr Tragen kann. Die Achse (NE-W) kann allerdings durchaus ihren Nutzen haben unter Berücksichtigung haben der Einwohnerentwicklung von Düsseldorf.

       

      Fazit: Es müsste ein faktisch kompletter Neubau des Bahnhofs beginnen oder zumindest einen Teil-Neubau erzielen um Gerresheim als RE-Halt zu reaktivieren. Grundsätzlich wäre es also möglich und auch lohnenswert, allerdings nicht unter bestehenenden Infrastruktur, dafür ist sie einfach zu knapp mit nur einem einzigen Gleis der Fernbahn.

       

      1. für den Schülerverkehr kann es durchaus Sinn machen

        Das kann ich absolut nicht nachvollziehen, da es in jeder Großstadt alle Schulformen gibt.

        Schüler würden nur zwischen Düsseldorf und Wuppertal pendeln, wenn sie von der einen Stadt in die andere umgezogen sind, allerdings nicht die Schule wechseln möchten.

        1. Das kann ich absolut nicht nachvollziehen, da es in jeder Großstadt alle Schulformen gibt.

          Ich meinte, das Stadtteilbezogen Gerresheim ist nach Benrath der Stadtteil, der von den meisten Schülern besucht wird (ca. 3281 Schüler). Aber grundsätzlich möchten auch Schüler, villeicht eine andere Schule als die Schule seines Ortes besuchen. Aber das ist natürlich nicht der springende Punkt das kann die S-Bahn etwas besser machen.

          1. Aber grundsätzlich möchten auch Schüler, villeicht eine andere Schule als die Schule seines Ortes besuchen.

            Und deshalb melden Düsseldorfer Eltern ihr Kind auf einer Schule in Wuppertal an?
            Man muss ja bedenken, dass Erstklässler 6 Jahre alt sind, Fünftklässler 11 Jahre und für die meisten Schüler sind dies die einzigen beiden Schulwechsel.

            Ich meinte, das Stadtteilbezogen Gerresheim ist nach Benrath der Stadtteil, der von den meisten Schülern besucht wird

            Und inwieweit ist diese Info für die Frage relevant, ob in Gerresheim RE halten sollen? Die meisten Schüler in diesen Stadtteilen kommen aus Düsseldorf, ein paar sicherlich auch aus den Nachbarstädten.

            1. Ein wichtiger Umstiegspunkt ist der Düsseldorfer Hauptbahnhof um Schüler einzuladen daher, allerdings natürlich sind Schüler nur eine der Hauptnutzungsgruppen der ÖPNV, aber wie beschrieben kann das auch eine S-Bahn bzw. die bestehenden S-Bahnlinien erledigen. Das habe ich hier auch schon eingreäumt. Aber die Anzahl wird überschaubar sein an Schülern, die sehe ich nicht als Pendler an im relevanten Sinne. Ich meine nur für bestimmte Schüler kann es eine Entlastung sein, da der RE schneller ist.

              Aber generell gesehen spielt das nur eine sehr untergeordnete Rolle. Das Potential sehe ich eher bei den Berufspendlern in die Innenstädte von Düsseldorf und Wuppertal, da wie angesprochen Gerresheim eine gute EW-Prognose hat.

              1. Das Potential sehe ich eher bei den Berufspendlern in die Innenstädte von Düsseldorf und Wuppertal

                In die Düsseldorfer Innenstadt wird man ab Gerresheim nicht mit einem RE fahren, da die S-Bahn nur unwesentlich langsamer ist, dafür aber deutlich öfter fährt.

                Und in Richtung Wuppertal wird es auch eher weniger Pendler geben, da die Mieten in Düsseldorf höher als in Wuppertal sind.

                Ich sehe daher schlichtweg nicht das Potential, das die Nachteile dieses Haltes rechtfertigt.

Einen Kommentar zu diesem Beitrag verfassen